Wohnen für Hilfe – eine Idee für Feldkirchen?

Bild: Sophia Grillo – General-Anzeiger Bonn


Wohnen für Hilfe – eine Idee für Feldkirchen?

Kürzlich bin ich auf eine Geschichte aus Bonn gestoßen, die mich nicht mehr losgelassen hat. Eine 97-jährige Seniorin lebt dort gemeinsam mit einem Medizinstudenten unter einem Dach. Gefunden haben sich die beiden über das Projekt „Wohnen für Hilfe“.

Was zunächst ungewöhnlich klingt, ist im Alltag erstaunlich einfach: Der Student wohnt günstig – und hilft im Gegenzug im Alltag. Einkaufen, kleine Handreichungen, vor allem aber: da sein. Für die Seniorin bedeutet das Gesellschaft und ein Stück Sicherheit. Für den Studenten ein Zuhause – und vielleicht auch ein Blick auf das Leben aus einer anderen Perspektive.

Solche Modelle gibt es inzwischen in mehreren Städten. Sie funktionieren, weil sie zwei Herausforderungen verbinden, die wir alle kennen:
Auf der einen Seite viele ältere Menschen, die alleine leben und sich Unterstützung oder einfach Gesellschaft wünschen. Auf der anderen Seite junge Menschen, die bezahlbaren Wohnraum suchen – gerade auch Auszubildende, Studierende oder Menschen im Freiwilligendienst.

Die Idee ist dabei bewusst einfach gehalten. Wohnen wird nicht zur Dienstleistung, sondern bleibt ein Miteinander. Hilfe im Alltag ersetzt einen Teil der Miete, ohne dass daraus ein Pflegeverhältnis entsteht. Entscheidend ist nicht Perfektion, sondern Vertrauen und gegenseitige Rücksichtnahme.

Wenn man darüber nachdenkt, stellt sich fast automatisch eine Frage:
Warum gibt es so etwas eigentlich nicht auch in Neuwied?

Die Voraussetzungen wären durchaus da. Es gibt engagierte soziale Einrichtungen, funktionierende Nachbarschaften und viele Menschen, die sich ein Stück mehr Miteinander im Alltag wünschen. Vielleicht fehlt weniger die Idee als vielmehr ein erster Impuls, der Menschen zusammenbringt.

Ich finde, es wäre spannend, auszuloten, ob sich ein solches Modell auch hier entwickeln lässt – Schritt für Schritt, zunächst vielleicht mit ein oder zwei konkreten Beispielen. Nicht als großes Projekt von Anfang an, sondern als vorsichtiger Versuch, der wachsen kann.

Mich würde interessieren, wie diese Idee hier vor Ort aufgenommen wird.
Ob es Menschen gibt, die sagen: Das könnte ich mir vorstellen.
Oder Institutionen, die einen solchen Ansatz einmal gemeinsam durchdenken möchten.

Denn manchmal entstehen gute Lösungen genau dort, wo man sie zunächst gar nicht geplant hat – sondern einfach anfängt, darüber zu sprechen.

Quelle:

Den kompletten GA-Artikel finden Sie hier: Studenten-WG mit 97-jährigen


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