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Erinnern heißt Verantwortung übernehmen

Erinnern heißt Verantwortung übernehmen Gedenken an die Novemberpogrome – Einladung zum Gottesdienst in Neuwied Bild: „Erinnern heißt Verantwortung übernehmen. KI-generiertes Symbolbild. Es waren Nachbarn, deren Wohnungen verwüstet wurden. Es waren Geschäfte mitten in den Städten und Dörfern, deren Scheiben zerschlagen wurden. Es waren Gotteshäuser, die brannten – vor aller Augen. Die Novemberpogrome von 1938 gehören…


Erinnern heißt Verantwortung übernehmen

Gedenken an die Novemberpogrome – Einladung zum Gottesdienst in Neuwied

Bild: „Erinnern heißt Verantwortung übernehmen. KI-generiertes Symbolbild.

Es waren Nachbarn, deren Wohnungen verwüstet wurden. Es waren Geschäfte mitten in den Städten und Dörfern, deren Scheiben zerschlagen wurden. Es waren Gotteshäuser, die brannten – vor aller Augen.

Die Novemberpogrome von 1938 gehören zu den dunkelsten Kapiteln deutscher Geschichte. Rund um den 9. und 10. November zerstörten Nationalsozialisten Synagogen, jüdische Geschäfte und Wohnungen. Jüdische Menschen wurden misshandelt, verschleppt und ermordet. Die Gewalt wurde vom nationalsozialistischen Regime organisiert und vorangetrieben.

Hinter diesen Worten stehen einzelne Menschen: mit Namen, mit Familien, mit Hoffnungen und einem Alltag, der ihnen genommen wurde. Ihrer zu gedenken bedeutet, sie als Menschen in Erinnerung zu behalten.

Die Ausgrenzung begann früher

Den brennenden Synagogen gingen Jahre der öffentlichen Herabwürdigung, der Entrechtung und des Ausschlusses voraus. Jüdischen Menschen wurden Schritt für Schritt ihre Rechte und ihre Lebensgrundlagen genommen. Die Novemberpogrome bedeuteten eine weitere, erschreckende Verschärfung dieser Verfolgung.

Deshalb richtet sich unser Blick beim Erinnern auch auf die Frage: Wie gehen wir miteinander um? Wann widersprechen wir, wenn Menschen wegen ihrer Herkunft oder ihres Glaubens abgewertet werden? Und wann machen wir es uns mit dem Schweigen zu leicht?

Verantwortung beginnt im eigenen Umfeld

Auch für uns in Feldkirchen ist das Gedenken eine Einladung, aufmerksam zu bleiben. Im Gespräch mit Nachbarn, im Verein, in der Gemeinde und in sozialen Netzwerken können wir Haltung zeigen.

Das heißt, antisemitischen Behauptungen zu widersprechen, menschenverachtende Witze nicht einfach stehen zu lassen und Menschen beizustehen, die ausgegrenzt oder bedroht werden. Jüdisches Leben soll in unserem Land selbstverständlich, sichtbar und sicher sein können.

Für eine christliche Gemeinde gehört dazu auch die Bereitschaft, sich mit der Geschichte christlicher Judenfeindschaft und dem Versagen von Kirchen und Christen auseinanderzusetzen. Das Gebot der Nächstenliebe fordert uns auf, die Würde und Sicherheit unserer Mitmenschen zu achten.

Einladung zum gemeinsamen Gedenken

Am Sonntag, 8. November 2026, um 11:00 Uhr, findet in der Marktkirche Neuwied ein zentraler Gottesdienst zum Gedenken an die Novemberpogrome statt.

Den Gottesdienst am drittletzten Sonntag des Kirchenjahres gestalten Pfarrerin Wilcke und weitere Mitwirkende.

Auch Menschen aus Feldkirchen sind eingeladen, an diesem Gedenken teilzunehmen: innezuhalten, der Opfer zu gedenken und darüber nachzudenken, welche Verantwortung daraus für unser Handeln heute erwächst.

Die Vergangenheit können wir nicht ändern. Wie wir heute miteinander leben, liegt auch in unserer Hand.


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