Mühlberge nach Silvester – Ein stilles Vorbild
Wer in den Tagen nach Silvester durch die Felder rund um Feldkirchen geht, dem bietet sich leider oft ein vertrautes Bild: leere Raketenhülsen, zerrissene Feuerwerksbatterien, Verpackungen und all der Müll, der nach dem Jahreswechsel achtlos zurückbleibt. Umso bemerkenswerter ist es, wenn man Menschen begegnet, die diesem Zustand nicht nur mit Kopfschütteln begegnen, sondern ganz konkret handeln.
Genau eine solche Begegnung hatten wir heute.

Bild: Heike Kretschmer
Am sogenannten Lindenbäumchen treffen wir auf die Familie Steffels, die gemeinsam Müll sammelt – ruhig, konzentriert und ohne großes Aufsehen. Eltern und Kinder sind gleichermaßen beteiligt, ausgestattet mit Handschuhen und Säcken, und arbeiten sich Stück für Stück durch die Felder. Auf unsere Nachfrage erzählen sie offen, dass sie aus Irlich kommen. Sie sind also nicht einmal „von hier“, sondern haben sich bewusst auf den Weg gemacht, um etwas für eine Landschaft zu tun, die ihnen einfach am Herzen liegt.
Diese Selbstverständlichkeit beeindruckt. Kein erhobener Zeigefinger, keine großen Worte – nur eine klare Haltung: Wenn man sieht, dass etwas falsch läuft, kann man selbst etwas dagegen tun. Gerade nach Silvester, wenn viele die Spuren ihres Feierns lieber ignorieren, ist dieses Engagement alles andere als selbstverständlich.
Was uns besonders berührt, ist die Gemeinschaftlichkeit dieser Aktion. Müllsammeln wird hier nicht als lästige Pflicht verstanden, sondern als gemeinsames Tun, als Vorbild für die Kinder und vielleicht auch als stiller Appell an all jene, die achtlos ihren Abfall zurücklassen. Umweltbewusstsein wird nicht erklärt, sondern vorgelebt.
Solche Begegnungen machen Hoffnung. Sie zeigen, dass Verantwortung nicht an Gemeindegrenzen endet und dass es oft Einzelne sind, die mit ihrem Einsatz einen Unterschied machen – sichtbar und ganz konkret.
Unser Respekt und ein herzliches Dankeschön an die Familie Steffels aus Irlich. Sie hat uns am Lindenbäumchen eindrucksvoll gezeigt, wie einfach es sein kann, Haltung zu zeigen. Und wie wertvoll.
Vielleicht ist das ein guter Vorsatz für das neue Jahr: nicht nur reden, sondern handeln – dort, wo man gerade steht.





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