,

Vom gemeinsamen Festumzug zum Vadderdaach: Feldkirchen feiert seine Quätsche-Kärmes

Vom gemeinsamen Festumzug zum Vadderdaach: Feldkirchen feiert seine Quätsche-Kärmes Der Kirmessonntag brachte die Burschenvereine aus Gönnersdorf und Wollendorf erstmals in einem gemeinsamen Festumzug zusammen. Heute wird die Quätsche-Kärmes mit dem traditionellen Vadderdaach und dem Schnorrerzug fortgesetzt. Die Quätsche-Kärmes 2026 geht in ihre letzten beiden Tage. Nach dem gemeinsamen Festumzug und der Kirmesandacht am Sonntag steht…


Vom gemeinsamen Festumzug zum Vadderdaach: Feldkirchen feiert seine Quätsche-Kärmes

Der Kirmessonntag brachte die Burschenvereine aus Gönnersdorf und Wollendorf erstmals in einem gemeinsamen Festumzug zusammen. Heute wird die Quätsche-Kärmes mit dem traditionellen Vadderdaach und dem Schnorrerzug fortgesetzt.

Die Quätsche-Kärmes 2026 geht in ihre letzten beiden Tage. Nach dem gemeinsamen Festumzug und der Kirmesandacht am Sonntag steht der heutige Montag ganz im Zeichen des Vadderdaachs. Damit verbindet das Kirmeswochenende erneut Musik und Geselligkeit mit Bräuchen, die in Feldkirchen seit Generationen weitergegeben werden.

Erstmals gemeinsam durch Feldkirchen

Der Sonntag, 20. September, setzte in der Geschichte der gemeinsamen Quätsche-Kärmes einen besonderen Akzent: Erstmals zogen die Burschenvereine Gönnersdorf und Wollendorf gemeinsam durch die Straßen Feldkirchens.

Seit 2018 richten die beiden Vereine die Kirmes gemeinsam aus. In den ersten Jahren führten die sonntäglichen Festumzüge jedoch noch getrennt durch die jeweiligen Ortsteile. Dass die Burschen nun zusammen unterwegs waren, war deshalb mehr als eine Änderung im Programm. Der gemeinsame Zug machte sichtbar, was sich über die vergangenen Jahre entwickelt hat: Aus zwei örtlichen Kirmestraditionen ist zunehmend ein gemeinsames Fest für Feldkirchen geworden.

Burschen, Maimädchen und musikalische Begleiter prägten das Bild des Festumzuges. Zahlreiche Menschen verfolgten den Zug am Straßenrand und begleiteten damit eine Tradition, die nur bestehen kann, wenn sie von der Dorfgemeinschaft mitgetragen wird.

Andacht und Burschenlied an der Feldkirche

Ein weiterer besonderer Moment des Sonntags war die Kirmesandacht in der Feldkirche unter der Leitung von Pfarrer Jörg Eckert. Sabine Paganetti begleitete die Andacht an der Orgel und spielte zum Abschluss das Burschenlied.

Vor der Kirche versammelten sich anschließend Burschen aus Gönnersdorf, Wollendorf und Hüllenberg zu einem gemeinsamen Foto. Auch darin zeigte sich, dass die Kirmestradition über die Grenzen der einzelnen Ortsteile hinaus verbindet.

Nach dem Festumzug wurde im Festzelt auf dem Kirmesplatz weitergefeiert. Der Sonntag stand damit gleichermaßen für die kirchlichen Wurzeln der Kärmes, die gewachsenen Bräuche der Burschenvereine und das heutige Miteinander in Feldkirchen.

Heute ist Vadderdaach

Am heutigen Montag, 21. September, wird die Quätsche-Kärmes mit dem traditionellen Vadderdaach auf dem Kirmesplatz fortgesetzt. Seit dem Vormittag gehört der Platz wieder den „Väddern“, den ehemaligen Burschen und allen, die sich dieser besonderen Feldkirchener Tradition verbunden fühlen.

Der Vadderdaach ist kein gewöhnlicher Vatertag. Er ist Teil der örtlichen Kirmestradition und bringt Menschen zusammen, die das Vereins- und Dorfleben teilweise schon seit Jahrzehnten begleiten. Alte Bekannte treffen sich wieder, Erinnerungen werden ausgetauscht und die Verbindung zwischen den früheren und den heute aktiven Generationen der Burschenvereine bleibt lebendig.

Parallel dazu gehört auch das traditionelle Schnorren zum Kirmesmontag. Die Burschen ziehen verkleidet und musikalisch begleitet durch den Ort und sammeln an den Haustüren Speck, Eier und Spenden. Dabei geht es nicht allein um das Einsammeln der Zutaten. Der Schnorrerzug lebt von den Begegnungen unterwegs, von offenen Türen, kurzen Gesprächen und der Freude daran, einen alten Brauch gemeinsam fortzuführen.

Speck und Eier zum Abschluss

Was am Montag gesammelt wird, kommt am Dienstag auf den Tisch: Am 22. September klingt die Quätsche-Kärmes beim gemeinsamen Speck-und-Eier-Essen aus. Dann werden die vergangenen Festtage noch einmal lebendig – vom Dorfabend und dem Aufstellen des Kirmesbaums über die Kirmesparty mit Homerun bis zum gemeinsamen Festumzug und dem heutigen Vadderdaach.

Die Quätsche-Kärmes zeigt auch in diesem Jahr, dass Tradition nichts Starres sein muss. Sie kann ihre vertrauten Bräuche bewahren und sich gleichzeitig weiterentwickeln. Der erstmals gemeinsame Festumzug von Gönnersdorf und Wollendorf ist dafür ein schönes Zeichen: Die Eigenheiten der Ortsteile bleiben erhalten – und zugleich wächst Feldkirchen weiter zusammen.

Maimädchen bleibt man ein Leben lang

Am Rande des Vadderdaachs ergab sich ein herzliches Gespräch mit einigen der älteren Maimädchen. Dabei wurde schnell deutlich: Maimädchen war man nicht nur für eine Kirmes oder einen Sommer. Die gemeinsame Zeit verbindet bis heute.

Es brauchte nur ein Stichwort aus früheren Jahren, und schon kam eine Erinnerung zur nächsten. Eine begann zu erzählen, eine andere ergänzte ein längst vergessen geglaubtes Detail – und gemeinsam wurde darüber gelacht, wie lebendig manche Begebenheit auch nach vielen Jahrzehnten noch ist. Vielleicht waren nicht mehr alle Jahreszahlen sofort zur Hand. Doch wer damals dabei war, wer zu wem gehörte und welche kleinen Geschichten sich rund um die Kärmes ereigneten, war erstaunlich gegenwärtig.

Diese kleine Szene zeigte, was die Quätsche-Kärmes ausmacht: Sie lebt nicht allein von ihrem Programm, sondern von gemeinsamen Erinnerungen, die über Generationen weitergetragen werden. Die heutigen Maimädchen setzen damit etwas fort, das viele Frauen vor ihnen geprägt hat. Und wer den älteren Maimädchen zuhört, versteht schnell: Maimädchen bleibt man ein Leben lang.

Hinweis: Der Beitrag gibt den Stand vom Montagnachmittag, 21. September 2026, wieder. Weitere Bilder und Eindrücke vom Vadderdaach werden ergänzt.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert