Gönnersdorf

Gönnersdorf – Geschichte eines Ortsteils von Neuwied-Feldkirchen
Gönnersdorf blickt auf eine lange Besiedlungsgeschichte zurück: Bereits vor rund 15.000 Jahren lebten hier Eiszeitjäger. Archäologische Funde belegen Reste von Hütten, Werkzeuge aus Feuerstein und Elfenbein sowie kunstvolle Gravuren und Tierdarstellungen – heute zu sehen im Archäologischen Forschungszentrum und Museum für menschliche Verhaltensevolution Schloss Monrepos.

Die ehemalige Ackermühle in Gönnersdorf
Autor: Friedel-Wulf Kupfer | Bildarchiv: Hartmut „Harry“ Scheid / Erich Walther
Der Ortsname veränderte sich im Lauf der Jahrhunderte – von Ginnesdorf über Göndersdorf bis zum heutigen Gönnersdorf. Eine zentrale Rolle spielte dabei der Beunehof, eine ehemals burgähnliche Anlage, die heute noch als Kulturdenkmal erhalten ist. Der Hof hat eine wechselvolle Eigentümergeschichte und wurde in den 1950er-Jahren umfassend saniert.

Bis ins 20. Jahrhundert prägte eine über 30 Meter hohe Gerichtslinde das Dorfbild, unter der einst Brautpaare ihre Ehrenpforte durchschritten. Der Baum wurde am 3. Oktober 1952 gefällt. Beim Fällen entdeckte man Reste einer eingewachsenen Eisenkette. Diese Funde sind bis heute im Ortswappen durch die Darstellung einer Kette verewigt.¹
Im Mittelalter war Gönnersdorf Teil eines komplexen Geflechts von Herrschaften, darunter die Burggrafen von Hammerstein, das Kloster St. Thomas und die Grafen von Wied. Besonders der Hammersteiner Hof spielte über Jahrhunderte hinweg eine zentrale Rolle – mit wechselnden Besitzern, Rechtsstreitigkeiten und sogar Verbindungen zur kurtrierischen Verwaltung. Später nutzten Mennoniten den Hof für ihre Gottesdienste.
Heute ist Gönnersdorf mit benachbarten Ortsteilen zusammengewachsen – von den einstigen Dorfgrenzen ist kaum noch etwas zu erkennen. Die bewegte Geschichte aber lebt weiter – in alten Höfen, Flurnamen und Geschichten, die bis in die Steinzeit zurückreichen.
¹ Teile der beim Fällen gefundenen Kette sowie Stücke der Rinde wurden von Otmar Zorn vor der Vernichtung bewahrt. Ob diese noch erhalten sind, ist unklar.
Quelle: Neuwied-Feldkirchen.net | Erich Walter (†), engagierter Bürger und Chronist des Dorfes. Seine Verdienste und Beiträge zur Gemeinde werden auf dieser Webseite in Erinnerung behalten.
