GlasKunst in der Feldkirche Feldkirchen

Die Feldkirche – Romanische Geschichte trifft moderne Kunst

Mitten im Herzen von Feldkirchen erhebt sich die evangelische Feldkirche, eines der bedeutendsten Kulturdenkmäler der Region. Seit Jahrhunderten prägt sie das Bild unseres Stadtteils und verbindet die Geschichte der ehemaligen Kirchspieldörfer Fahr am Rhein, Gönnersdorf, Hüllenberg, Rodenbach, Wollendorf und des heute verschwundenen Rockenfelds.

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Die Geschichte der Feldkirche war nicht immer von Frieden geprägt. Im Dezember 1944 wurde das Gotteshaus durch einen Bombentreffer schwer beschädigt. Chorraum und Fenster wurden zerstört, große Teile der Kirche lagen in Trümmern. Doch die Gemeinde ließ sich nicht entmutigen. Mit bemerkenswertem Engagement begann nach dem Krieg der Wiederaufbau, sodass die Kirche bereits 1952 wieder in ihrer romanischen Schönheit erstrahlen konnte.

Ein besonderer Glücksfall für die Gemeinde war die Zusammenarbeit mit dem renommierten Künstler Georg Meistermann. Zwischen 1950 und 1972 entstand hier ein einzigartiger Zyklus von 32 Glasfenstern. Meistermann erhielt erstmals die Möglichkeit, sämtliche Fenster einer romanischen Kirche als geschlossenes Gesamtkunstwerk zu gestalten.

Die Fenster verzichten weitgehend auf traditionelle figürliche Darstellungen und setzen stattdessen auf die Sprache von Licht, Farbe und geometrischer Abstraktion. Diese damals mutige Entscheidung verleiht der Feldkirche bis heute ihre besondere Atmosphäre. Je nach Tageszeit tauchen die Fenster den Kirchenraum in wechselnde Farbspiele und eröffnen immer neue Perspektiven auf Glauben, Spiritualität und Kunst.

Maßgeblich begleitet wurde dieses außergewöhnliche Projekt von Pfarrer Karl Keller, der gemeinsam mit Meistermann die theologischen Inhalte der Fenster entwickelte. Sein Ziel war es, den Kirchenraum nicht nur zu erhalten, sondern ihn zu einem Ort lebendiger Begegnung zwischen Tradition und Moderne werden zu lassen.

Heute gilt die Feldkirche weit über die Grenzen Neuwieds hinaus als ein herausragendes Beispiel für die gelungene Verbindung von romanischer Architektur und moderner Glasmalerei. Die Meistermann-Fenster ziehen Kunstinteressierte, Architekturfreunde, Pilger und Besucher aus dem In- und Ausland an.

Die Feldkirche erleben

Die Feldkirche ist weit mehr als ein historisches Bauwerk. Sie ist ein Ort der Besinnung, der Begegnung und der Inspiration.

Kommen Sie herein – der Eintritt ist frei.

Nehmen Sie Platz für eine kleine Atempause und lassen Sie die Farben, das Licht und die besondere Atmosphäre dieses einzigartigen Kirchenraums auf sich wirken.

Literaturtipp

„Georg Meistermann – Die Fenster der Feldkirche“

Die Publikation ist über das Gemeindebüro der evangelischen Kirchengemeinde Feldkirchen erhältlich und bietet einen umfassenden Einblick in die Entstehung und Bedeutung der Meistermann-Fenster.

Die 32 Meistermann-Fenster im Detail

Zum Autor

Die ursprüngliche Fassung dieses Beitrags wurde von Erich Walther verfasst, der sich über viele Jahre mit großer Leidenschaft für die Geschichte Feldkirchens, seiner Ortsteile und die Entwicklung unserer Heimat engagiert hat.

Für Treffpunkt-Feldkirchen.de wurde der Beitrag behutsam überarbeitet und an die heutige Gestaltung der Webseite angepasst. Inhalt, Geist und historische Aussagen des Originals wurden dabei bewusst bewahrt.

Wir erinnern mit Dankbarkeit an Erich Walther und sein außergewöhnliches Engagement für Feldkirchen.