Simone Schuh im Interview
Vorsitzende Ortsbeirat Neuwied-Feldkirchen

Für unsere Webseite freuen wir uns sehr, Frau Simone Schuh – Vorsitzende des Ortsbeirats Neuwied-Feldkirchen – zu einem ausführlichen Gespräch begrüßen zu dürfen. In diesem Interview gibt sie Einblick in ihre Motivation, ihre Arbeit für den Stadtteil und die aktuellen Herausforderungen und Chancen in Feldkirchen.
Interviewfragen für Frau Simone Schuh
1. Frau Schuh, wie sind Sie dazu gekommen, sich kommunalpolitisch im Ortsbeirat Feldkirchen zu engagieren?
Feldkirchen liegt mir als mein Lebens- und Heimatort sehr am Herzen. Ich möchte aktiv dazu beitragen, dass sich unser Dorf positiv entwickelt und ein lebenswertes Umfeld für alle Generationen bleibt. Durch den Austausch mit meinem Vorgänger, Herrn Jörg Nußbaum, über Themen und Anliegen im Dorf wuchs mein Interesse an der kommunalpolitischen Arbeit. Als Herr Nußbaum sich entschied, nicht mehr zur Wahl anzutreten, habe ich die Chance ergriffen und mich selbst für die Wahl der Ortsvorsteherin zur Wahl gestellt.
2. Was motiviert Sie persönlich, sich für Ihren Stadtteil einzusetzen?
Meine Motivation ist es, dazu beizutragen, dass unser Stadtteil Feldkirchen innerhalb der Stadt Neuwied wahrgenommen und in seiner Entwicklung unterstützt wird. Die positiven Rückmeldungen aus dem Dorf bezogen auf die bisherige Arbeit des Ortsbeirates sind eine große Motivation. Als Ortsvorsteherin möchte ich die Interessen und Anliegen der Bürgerinnen und Bürger vertreten und als Sprachrohr zwischen Feldkirchen und der Stadtverwaltung fungieren.
3. Welche Themen liegen Ihnen als Vorsitzende besonders am Herzen?
Besonders am Herzen liegt mir, die Gemeinschaft in Feldkirchen zu stärken und das Miteinander zu fördern. Mir ist wichtig, dass wir im Dorf gegenseitig aufeinander achten und uns unterstützen. Ebenso möchte ich das örtliche Brauchtum und die Vereinskultur erhalten und fördern, da sie wesentlich zum Zusammenhalt und zur Identität unseres Stadtteils beitragen.
4. Welche Rolle spielt der Ortsbeirat konkret in der Stadtpolitik Neuwieds?
Die Ortsvorsteher und die Ortsbeiräte spielen in der Stadtpolitik Neuwieds eine zunehmend wichtigere Rolle. Wir sind als Gremium direkt vor Ort und kennen die Anliegen, Bedürfnisse und Herausforderungen unseres Stadtteils aus erster Hand. Der Ortsbeirat Feldkirchen ist mit seinen Mitgliedern breit aufgestellt – wir vertreten unterschiedliche Altersgruppen und Lebensbereiche. Zudem sind alle Mitglieder des Ortsbeirats in Feldkirchen in Vereinen oder im Dorfleben aktiv. Dadurch bekommen wir vieles unmittelbar mit und wissen, wo es gut läuft und wo Handlungsbedarf besteht. So können wir gezielt Impulse und Anregungen in die städtischen Entscheidungen einbringen und versuchen, dass die Interessen von Feldkirchen berücksichtigt werden.
5. Mit welchen aktuellen Herausforderungen beschäftigt sich der Ortsbeirat Feldkirchen derzeit am meisten?
Ein zentrales Thema ist derzeit die Planung und Umsetzung eines Multifunktionsplatzes für unsere Jugendlichen. Wir möchten einen Ort schaffen, an dem sich junge Menschen treffen, Sport treiben und soziale Kontakte pflegen können. Für viele Jugendliche sind die bestehenden Spielplätze altersbedingt nicht mehr geeignet, weshalb der Bedarf an einer solchen Begegnungsfläche groß ist. Die größte Herausforderung besteht aktuell in der Auswahl eines geeigneten Standorts. Hieran arbeiten wir bereits seit geraumer Zeit mit großer Unterstützung von Bürgermeister Jung.
Darüber hinaus beschäftigt sich der Ortsbeirat mit der Renovierung der Vogelschutzhütte sowie mit der Anlage von Streuobstwiesen, die für alle Bürgerinnen und Bürger zugänglich sein sollen. Diese Projekte sollen dazu beitragen, Natur, Umwelt und Gemeinschaft in Feldkirchen weiter zu stärken.
Ein weiteres großes Thema ist das Wasserparkgelände. Dieses Gelände liegt seit der Schließung brach und ist zunehmend am verkommen. Ein Lost Place sozusagen. Es sieht um es deutlich auszudrücken, schrecklich aus. Es ist rundum vermüllt und nicht gepflegt. Dabei gehen hier Wanderwege vorbei. Also auch für Wanderer oder Fremde ein erschreckendes Bild. Das Gelände ist sehr groß, hier laufen Gespräche mit Herrn Seemann und mit den Stadtwerken. Die Pfadfinder – Stämme zeigen Interesse an dem Gelände. Die weitere Nutzung sollte gut überlegt sein.
6. Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und anderen politischen Gremien?
Die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung verläuft grundsätzlich sehr gut, unsere Anliegen werden ernst genommen und bearbeitet – auch wenn es manchmal etwas länger dauert, als wir es uns wünschen würden. Wichtig ist aus meiner Sicht, dass man selbst aktiv den Kontakt sucht und den Austausch mit den zuständigen Stellen und politischen Gremien sucht. Nur durch gegenseitige Kommunikation und Verständnis kann eine konstruktive Zusammenarbeit gelingen.
7. Wo sehen Sie aktuell die größten Chancen für die Weiterentwicklung von Feldkirchen?
Die Vereine sollten sich mit Ihren Terminen für VA besser absprechen. Damit Feste bzw. Aktivitäten nicht auf einen Tag fallen.
8. Gibt es Projekte oder Initiativen, die Sie in den nächsten Jahren besonders vorantreiben möchten?
Ein wichtiges Ziel für die kommenden Jahre ist die Umsetzung des geplanten Multifunktionsplatzes für unsere Jugendlichen sowie die Bepflanzung von Streuobstwiesen, die für alle zugänglich sind. Zudem liegt uns die zukünftige Nutzung des Wasserpark-Geländes besonders am Herzen. Es ist ein wunderschöner Ort in Feldkirchen, der erhalten und sinnvoll genutzt werden sollte. Wir möchten vermeiden, dass dieses Gelände verwahrlost.
9. Wie wichtig ist das Thema Bürgerbeteiligung in Feldkirchen – und wie binden Sie die Menschen konkret ein?
Das Thema Bürgerbeteiligung ist für uns in Feldkirchen von großer Bedeutung. Leider wird es zu wenig genutzt. Die Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, sich in der Bürgersprechstunde oder während der öffentlichen Sitzungen des Ortsbeirats einzubringen, Anliegen vorzubringen oder neue Ideen anzustoßen. Für alle Bürger ob jung oder alt ist dies eine gute Gelegenheit, direkt mit dem Ortsbeirat ins Gespräch zu kommen.
Bei größeren oder themenspezifischen Beteiligungsprozessen würde die Stadtverwaltung die Organisation und Durchführung übernehmen, um eine möglichst breite Einbindung der Bevölkerung zu gewährleisten.
10. Welche Rolle spielen Vereine, Ehrenamt und Nachbarschaftsinitiativen für das Leben in Feldkirchen?
Vereine, ehrenamtliches Engagement und funktionierende Nachbarschaften spielen in Feldkirchen eine große Rolle. Ohne die vielfältigen Vereinsaktivitäten und das große Engagement vieler Ehrenamtlicher würde das Dorfleben nahezu zum Stillstand kommen. Da es aktuell keine Gastronomie mehr als zentralen Treffpunkt gibt, sind unsere Feste und Veranstaltungen besonders wichtig für den Zusammenhalt im Stadtteil.
Auch verschiedene Initiativen – wie die Einführung der Mitfahrerbank oder die Hilfsangebote während des Corona-Lockdowns – haben gezeigt, dass unsere Nachbarschaften in Feldkirchen sehr gut funktionieren. Man kennt sich, man hilft sich.
11. Was wünschen Sie sich persönlich für die Entwicklung des Stadtteils und die Arbeit des Ortsbeirats?
Ich wünsche mir, dass die Bürger ihre Ideen und Anregungen künftig noch stärker in die Arbeit des Ortsbeirats einbringen. Außerdem sollte weiterhin am Ortsbild von Feldkirchen gearbeitet werden – damit unser Stadtteil auch in Zukunft attraktiver wird. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die bessere Terminabstimmung der Feste im Dorf. Hier wäre es wünschenswert, den bestehenden Veranstaltungskalender stärker zu nutzen und sich unter den Vereinen besser abzusprechen, damit nicht mehrere Feste am selben Wochenende stattfinden. Das würde allen Beteiligten zugutekommen und die Dorfgemeinschaft zusätzlich stärken.
12. Gibt es etwas, das Sie den Bürgerinnen und Bürgern von Feldkirchen mit auf den Weg geben möchten?
Mir ist wichtig, dass wir alle gemeinsam Verantwortung für unseren Stadtteil übernehmen. Dinge darf man auch einmal selbst in die Hand nehmen, anstatt nur zu kritisieren. Wer Ideen, Anliegen oder Verbesserungsvorschläge hat, sollte den direkten Weg zu uns suchen – sei es in der Bürgersprechstunde oder in einer öffentlichen Sitzung des Ortsbeirats. Wir sind das gewählte Gremium in Feldkirchen und können nur dann etwas bewegen, wenn wir wissen, wo der Schuh drückt. Offene Gespräche bringen uns weiter als Unmut im Stillen – denn nur gemeinsam können wir Feldkirchen gestalten.
13. Welche Möglichkeiten sehen Sie, wie sich noch mehr Menschen aktiv ins Ortsgeschehen einbringen können?
Über Vereine und durch z. B. der Teilnahme an den öffentlichen Sitzung des Ortsbeirates.
Vielen Dank für dieses Interview!
Wir bedanken uns herzlich bei Frau Simone Schuh für das ausführliche und informative Gespräch. Ihr Engagement für Feldkirchen sowie ihr Einsatz für ein lebendiges und gemeinschaftliches Miteinander verdienen große Anerkennung. Wir wünschen ihr und dem Ortsbeirat weiterhin viel Erfolg bei den kommenden Projekten und Herausforderungen.
Weitere Informationen:
Besuchen Sie die offizielle Webseite des Ortsbeirats Neuwied-Feldkirchen für aktuelle Informationen und Termine: Ortsbeirat Neuwied-Feldkirchen





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