Totensonntag – Ein stiller Weg zwischen Erde und Himmel
Der Totensonntag ist für mich jedes Jahr ein Moment, in dem die Zeit ein wenig langsamer wird. Ein Tag, an dem Erinnerungen leiser, aber zugleich tiefer sprechen.
Im heutigen Gottesdienst wurde 83 Verstorbenen gedacht – Menschen, die jemandem wichtig waren, die Spuren hinterlassen haben, deren Namen heute wieder in unserem Herzen aufklangen. Als die zwölf Kerzen, eine für jeden Monat, entzündet wurden, schien ihr Licht wie ein leiser Gruß an all jene, die wir vermissen. Ein warmes, tröstendes Zeichen, dass Liebe und Erinnerung weiterleuchten.
Pastor Lenz-Taurat fand Worte, die nicht nur gesprochen, sondern gefühlt wurden. Worte über Hoffnung, Ewigkeit und die Gewissheit, dass wir nicht alleine durch unsere Trauer gehen. Seine Predigt hat mich daran erinnert, wie kostbar jeder Mensch ist – und wie tief Gottes Hand uns hält, auch wenn Wege dunkel werden.
Die Kirche war gut besucht, und doch hatte der Moment etwas zutiefst Intimes. Fremde saßen nebeneinander, und doch verband uns alle dieses stille Wissen: Wir tragen Menschen in uns, die wir lieben – und die weiterhin Teil unseres Lebens bleiben.
Totensonntag ist für mich ein Tag, der Himmel und Erde ein wenig näher zusammenbringt. Ein Tag, der uns lehrt: Die Liebe geht nicht verloren. Sie verändert nur ihren Ort.





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