Arbeiten im Ruhestand – Warum Rentner ab 2026 ermutigt werden, weiterzumachen
Ein persönlicher Gedanke zum Einstieg
Ich begegne immer wieder Menschen, die auch im Ruhestand nicht einfach „aufhören“ wollen. Viele fühlen sich fit, interessiert und möchten weiter etwas Sinnvolles tun – ob beruflich, ehrenamtlich oder projektweise.
Arbeit ist schließlich nicht nur Broterwerb, sondern auch Teil unseres Selbstverständnisses: Sie gibt Struktur, soziale Kontakte und oft auch das Gefühl, gebraucht zu werden.
Darum finde ich es grundsätzlich positiv, dass ab 2026 Rentnerinnen und Rentner bis zu 2.000 Euro im Monat steuerfrei hinzuverdienen dürfen, wenn sie weiterarbeiten möchten. Es geht dabei nicht um Zwang, sondern um Freiheit und Anerkennung für diejenigen, die aktiv bleiben wollen.
Das neue Aktivrenten-Modell
Mit dem neuen Gesetz wird Arbeiten im Ruhestand attraktiver.
Wer das reguläre Rentenalter erreicht hat, kann künftig ohne steuerliche Nachteile weiter tätig sein.
Diese „Aktivrente“ soll ein Anreiz sein, die Erfahrung älterer Menschen länger im Arbeitsleben zu halten – und gleichzeitig den Arbeitsmarkt zu entlasten.
Denn: Der Fachkräftemangel ist spürbar, in Handwerk, Pflege, Verwaltung oder Technik. Da ist jeder, der noch Lust und Kraft hat, willkommen. Für Betriebe ist das eine echte Chance, Wissen und Erfahrung zu bewahren – und für Rentner eine Möglichkeit, aktiv zu bleiben, ohne dass sich die Arbeit finanziell „nicht lohnt“.
Mehr Freiheit im Alter
Ich halte den Gedanken für richtig, dass der Übergang in den Ruhestand flexibler wird.
Viele Menschen wollen nicht von 100 % Arbeit auf 0 % Aktivität umschalten.
Mit der neuen Regelung lässt sich der eigene Weg gestalten:
- vielleicht nur noch zwei Tage pro Woche arbeiten,
- ein Projekt begleiten,
- oder sich für ein Herzensanliegen engagieren.
Und wer sagt: „Ich habe genug gearbeitet“, kann selbstverständlich den Ruhestand in vollen Zügen genießen – ohne Einbußen.
Es geht also um Wahlfreiheit, nicht um Verpflichtung.
Chancen und Grenzen
Natürlich hängt vieles von der persönlichen Situation ab.
Gesundheit, Beruf und Motivation spielen eine Rolle. Nicht jeder Arbeitsplatz eignet sich für ein langes Berufsleben.
Deshalb braucht es parallel dazu auch altersgerechte Arbeitsbedingungen – etwa flexible Zeiten, ergonomische Arbeitsplätze oder Mentorenrollen für ältere Fachkräfte.
Wichtig ist, dass die Reform nicht als Sparmaßnahme verstanden wird, sondern als Wertschätzung gegenüber Erfahrung.
Mein Fazit
Ich sehe in dieser Entwicklung einen Schritt in die richtige Richtung.
Wenn Menschen Freude daran haben, ihre Erfahrung einzubringen, sollte man sie nicht bremsen, sondern unterstützen.
Arbeiten im Ruhestand kann eine Bereicherung sein – für die Gesellschaft, die Wirtschaft und nicht zuletzt für jeden Einzelnen, der sich weiterhin gebraucht und lebendig fühlt.
Vielleicht verändert sich damit auch unser Bild vom Ruhestand:
Nicht als Schlusspunkt, sondern als neue Lebensphase mit Gestaltungsspielraum – in der man entscheiden darf, wie viel Aktivität und Verantwortung man noch übernehmen möchte.
Und das ist, finde ich, ein gutes Zeichen für unser Land.





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