Wir warten aufs Christkind
Und so langsam weihnachtet es sich dem Heiligen Abend entgegen.
Mit Kerzen, Plätzchen und Weihnachtsmusik tauchen Erinnerungen aus dem Unterbewusstsein auf – leise, aber eindringlich.

„Wir warten aufs Christkind“ steht auch dieses Jahr wieder ganz oben auf meiner persönlichen Weihnachtshitliste.
Hier in Feldkirchen ist jeder Schritt, jeder Ort und oft auch jeder alte Baum voller intensiver Erinnerungen.
Damals ging es am Heiligen Abend bald nach dem Mittagessen los – noch vor dem Kindergottesdienst.
Die Omimi, alias Frau B., Stefan, seine Boxerhündin Querri, mein Hund Teddy und ich zogen los.
Es galt, etwa zwei Stunden totzuschlagen. Omimi war eine clevere Oma. Sie wusste genau, wie man uns beschäftigte. Zum Beispiel ging es immer zuerst hinauf zum Lindenbäumchen.
Was es dort alles zu bestaunen gab!
Manchmal hingen noch Äpfel am Baum, Hagebutten leuchteten am Strauch, und Vögel waren auf Futtersuche unterwegs. All das musste genau untersucht und ausführlich besprochen werden.
Weiter ging es zum weißen Häuschen – dem geheimen Limes-Ort.
Dort wurde selbstverständlich nach römischen Münzen gesucht. Wir haben nie welche gefunden.
Mit Weihnachtsliedern auf den Lippen und Gedichten im Kopf ging es schließlich den Weg bergab nach Hause.
Aber bitte nicht zu schnell – das Christkind war immer noch nicht da. Also wurden wir in den Kindergottesdienst geschickt, um noch ein wenig Zeit herauszuschinden.
Und dann war es soweit:
Das Christkind war da. Der Weihnachtsbaum strahlte, die Geschenke lagen bereit, und vom bunten Teller durfte genascht werden.

Der orginal Brief an das Christkind von Heike im Alter von 8 verfasst.
Heute, da ich selbst mein eigenes Christkind bin, laufe ich am späten Vormittag los.
Ich gehe das Kehlbachtal hinauf, hinein in den schönen Buchenwald, tief hinein, dann rechts abbiegen und noch einmal rechts in Richtung Brombeerschenke. Dort gibt es einen selbst mitgebrachten Lunch mit heißem Tee und eine Rast mit perfektem Ausblick.
Und weil es zum Heiligen Abend dazugehört, Tiere zu füttern, verteile ich meine Meisenknödel im ganzen Wald.
Auch Kastanien und Eicheln aus der Herbstdekoration werden ausgelegt.
Wenn ich dann mit roten Wangen, vom Wind durchgeblasen und erschöpft nach Hause komme, dann weiß ich:
Das Christkind hat mich besucht – und Weihnachten ist da.
Frohe Weihnacht euch allen.
Lasst euch im Geiste der Weihnachtszeit zufrieden und sicher in die Liebe und Freundschaft sinken, die euch umgeben.
Bild: Weihnachtskrippe in St. Martin, Neuwied-Feldkirchen
— geschrieben von …
Heike Kesel





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