180 Jahre Chorgesang in Altwied – Musik verbindet Menschen, Generationen und Gemeinden

180 Jahre Chorgesang in Altwied – Musik verbindet Menschen, Generationen und Gemeinden „Musik, die verbindet“ – unter diesem Motto feierten die Sangesfreunde Altwied-Segendorf gemeinsam mit zahlreichen Gästen das 180-jährige Bestehen des Chorgesangs in Altwied. Mit einem festlichen Benefizkonzert in der Evangelischen Kirche wurde nicht nur ein bemerkenswertes Jubiläum gewürdigt, sondern zugleich ein Zeichen für Gemeinschaft,…


180 Jahre Chorgesang in Altwied – Musik verbindet Menschen, Generationen und Gemeinden

„Musik, die verbindet“ – unter diesem Motto feierten die Sangesfreunde Altwied-Segendorf gemeinsam mit zahlreichen Gästen das 180-jährige Bestehen des Chorgesangs in Altwied. Mit einem festlichen Benefizkonzert in der Evangelischen Kirche wurde nicht nur ein bemerkenswertes Jubiläum gewürdigt, sondern zugleich ein Zeichen für Gemeinschaft, Kultur und ehrenamtliches Engagement gesetzt.

Für die Leserinnen und Leser von treffpunkt-feldkirchen.de war dabei besonders erfreulich, dass mit Pfarrer Martin Lenz-Taurat ein Geistlicher die Gäste begrüßte, der vielen Menschen in Feldkirchen durch seine langjährige seelsorgerische Arbeit bestens bekannt ist. In seiner Ansprache würdigte er die Bedeutung von Musik als verbindendes Element zwischen Menschen, Generationen und Gemeinden.

Die Schirmherrschaft hatte Fürst Maximilian zu Wied übernommen. Da er persönlich verhindert war, wurde das Fürstenhaus durch Ihre Durchlaucht Sophie Charlotte zu Wied vertreten. Auch dies unterstreicht die enge Verbundenheit des Hauses Wied mit den kulturellen Traditionen und dem Vereinsleben in der Region.

Zu Beginn begrüßte der Vorsitzende des MGV 1846 Altwied, Hans-Georg Kohl, die zahlreichen Besucherinnen und Besucher. Grußworte sprachen neben Pfarrer Martin Lenz-Taurat auch Ortsvorsteherin Christine Seelbach-Neuer sowie Silvia Scholz vom Kreis-Chorverband Neuwied. Sie alle würdigten die Bedeutung des Chorgesangs als wichtigen Bestandteil des kulturellen Lebens und als Ausdruck gelebter Gemeinschaft.

Durch das Programm führte in bewährter Weise Fredi Winter, während die musikalische Gesamtleitung bei Bernhard Bätzing lag. Gemeinsam mit dem Gastchor Andiamo a cantare Vallendar unter der Leitung von Björn Adam wurde den Zuhörern ein abwechslungsreicher musikalischer Nachmittag geboten.

Bereits der erste Konzertteil zeigte die beeindruckende Bandbreite des Chorgesangs. Mit Werken wie Ave verum, Von guten Mächten und Only Time überzeugte Andiamo a cantare Vallendar durch Klangfülle und Ausdruckskraft. Die Sangesfreunde Altwied-Segendorf knüpften daran mit Loch Lomond, Stammbaum und Du bes die Stadt an und präsentierten sich als traditionsbewusster, zugleich aber moderner Chor.

Besondere Akzente setzte der Solist Björn Adam, dessen Stimme das Publikum mehrfach begeisterte. Gemeinsam mit einer kleinen Sängergruppe sorgte er mit Titeln wie You’ll Never Walk Alone, Tonight aus der West Side Story und Funiculì Funiculà für einen der Höhepunkte des Nachmittags.

Nach der Pause eröffneten die Sangesfreunde den zweiten Konzertteil mit dem Klassiker Ol‘ Man River. Es folgten bekannte Melodien wie Piano Man, The Great Pretender und Sweet Caroline, die beim Publikum auf große Resonanz stießen. Besonders die Solopassagen wurden mit herzlichem Applaus bedacht.

Andiamo a cantare Vallendar setzte anschließend mit The Sound of Silence und House of the Rising Sun weitere musikalische Glanzpunkte. Ein weiterer emotionaler Moment war die Interpretation des neapolitanischen Liedes I te vurria vasà durch Björn Adam.

Den krönenden Abschluss gestalteten beide Chöre gemeinsam. Mit You Raise Me Up und dem berühmten Gefangenenchor Va, pensiero aus Verdis Oper Nabucco entstand ein eindrucksvoller Klangkörper, der die Kirche erfüllte und beim Publikum für Gänsehautmomente sorgte. Lang anhaltender Applaus und stehende Ovationen waren der verdiente Lohn für die Mitwirkenden.

Dabei stand nicht nur die Musik im Mittelpunkt. Der Erlös des Benefizkonzerts kommt der Jugendfeuerwehr Segendorf/Niederbieber, der Ortsgemeinde sowie der Kirchengemeinde Altwied zugute. Bereits im Vorfeld hatten die Sangesfreunde ihr Jubiläumsjahr unter das Zeichen von Gemeinschaft, Zusammenhalt und bürgerschaftlichem Engagement gestellt.

Gerade in einer Zeit, in der viele Vereine um Nachwuchs und gesellschaftliche Aufmerksamkeit kämpfen, zeigt das Beispiel der Sangesfreunde Altwied-Segendorf eindrucksvoll, welche Kraft in gewachsenen Gemeinschaften steckt. Seit nunmehr 180 Jahren wird in Altwied gesungen – über Generationen hinweg, durch gesellschaftliche Veränderungen und historische Umbrüche. Diese Kontinuität verdient Respekt und Anerkennung.

Auch für Feldkirchen ist dies eine wichtige Botschaft. Ob Chöre, Sportvereine, Kirchengemeinden, Bürgerinitiativen oder kulturelle Projekte: Sie alle leben von Menschen, die bereit sind, Zeit, Herzblut und Engagement einzubringen. Das Benefizkonzert in Altwied hat eindrucksvoll gezeigt, wie lebendig und wertvoll dieses Ehrenamt für unsere Region ist.

180 Jahre Chorgesang in Altwied sind deshalb weit mehr als ein Vereinsjubiläum. Sie sind ein Stück gelebte Heimatgeschichte – und zugleich ein hoffnungsvoller Blick in die Zukunft.

Text und Fotos: Jürgen Knees
für treffpunkt-feldkirchen.de


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