Wappen und Ortsteile

Die Geschichte von Feldkichen

Feldkirchen – Zwischen Rheinblick und Geschichte

Von Feldkirchen aus eröffnet sich ein einzigartiger Blick über das Rheintal – ein Panorama, das den Stadtteil bis heute besonders macht.

Das Wappen von Feldkirchen

1967–1970

Die fünf Schildchen im Schildhaupt: Hinweis auf die Zusammensetzung der Gemeinde aus fünf Ortsteilen.

Schrägwellenbalken: Symbolisiert die Lage am Rhein.

Kirche: Die stilisierte Darstellung erinnert an die Feldkirche aus der Karolingerzeit, die einst das Zentrum des ehemaligen größeren Kirchspiels Feldkirchen bildete.

Fahr – Historischer Ort am Rhein

Die erste urkundliche Erwähnung einer Furt durch den Rhein an der Stelle des heutigen Ortsteils Fahr datiert auf das Jahr 1152 n. Chr.. Vier Jahrzehnte später erwarb das Kloster St. Thomas aus Andernach Weinberge und Äcker in „Vare“.

Weinbau und Fährrecht

Früher spielte der Weinbau eine große Rolle: Rund 200 Morgen Weinberge wurden bewirtschaftet. Heute ist er nur noch von historischer Bedeutung.
Von großer Bedeutung für Fahr war das Fährrecht: 1475 wird „Fahre“ als wichtige Übersetzstelle im Neuwieder Becken erwähnt. Viele Bewohner waren früher Schiffer oder Fischer. Mit der Treidelschifffahrt entstand eine Pferdewechselstation, vermutlich im 1584 erbauten „Rheinischen Haus“.

Mit der Dampfschifffahrt um 1820 und dem Eisenbahnbau 1869 endete das jahrhundertealte Schiffergewerbe. Allerdings erhielt Fahr 1891 einen Bahnhof, der bis 1987 genutzt wurde.

Fahr – ein wohlhabendes Dorf

Fahr wurde gelegentlich als „vornehmstes Dorf des Kirchspiels“ bezeichnet. Noch heute lässt sich dieser Wohlstand an den Fachwerkbauten rund um das Rheinische Haus erkennen.

Das Rheinische Haus

Das älteste Gebäude in Fahr ist ein stattlicher Fachwerkbau über steinernem Untergeschoss, erbaut 1584. Es diente als Fährmannshaus und Pferdewechselstation für Kaufleute, Reisende, Schiffer und Pferdeknechte. Nach dem Eisenbahnbau wurde die Fähre stromabwärts nach Leutesdorf verlegt.


Schloss Friedrichstein – Das Teufelsschloss am Rhein

Um 1645/46 begann Graf Friedrich zu Wied mit dem Bau des unbefestigten Schlosses Friedrichstein am Fuß der Hohen Ley, oberhalb von Fahr. Ob es je vollständig fertiggestellt wurde, ist unbekannt; bereits 1662 wurden die Bauarbeiten eingestellt.

Eine wechselvolle Geschichte

1806 ließ die Fürstlich-Wiedische Regierung das Dach abreißen. 1868 wurde die Ruine abgerissen, um Platz für die Eisenbahn zu schaffen. Heute erinnert nur noch ein Basaltstein mit Ohrmuschel-Ornament an das Schloss – das der Volksmund auch „Teufelsschloss“ nennt.


Gönnersdorf – Schon eiszeitlicher Siedlungsplatz

Die Besiedlung Gönnersdorfs reicht zurück bis in die Eiszeit. 1906 entdeckten Experten ein fränkisches Gräberfeld, 1968 folgte der spektakuläre Fund eines 12.000 Jahre alten Siedlungsplatzes eiszeitlicher Jäger.

Dorfgeschichte

Der Name Gönnersdorf taucht über die Jahrhunderte in verschiedenen Versionen auf. Im Mittelalter gab es mehrere herrschaftliche Höfe, darunter der „Beunehof“. Heute sind die ursprünglichen Dorfgrenzen kaum noch erkennbar, da Neubauten die Nachbarorte nahezu verbunden haben.

Altsteinzeitlicher Fundplatz

Archäologische Ausgrabungen an der Eduard-Möricke-Straße zeigten Spuren zweier kleiner Rundzelte und drei größerer Behausungen. Funde von Mammut, Wisent, Ren, Hirsch, Eisfuchs, Werkzeuge und Schieferplättchen mit eingeritzten Zeichnungen vermitteln ein anschauliches Bild vom Leben der Eiszeitjäger und führten zur Gründung des Museums für die Archäologie des Eiszeitalters in Monrepos.


Hüllenberg – Abtei war größter Grundbesitzer

Hüllenberg wird erstmals um 1280 n. Chr. im Protokoll über die Gründung und das Patronat der Feldkirche erwähnt. Der Ort gehörte vermutlich lange Zeit zu Gönnersdorf, bevor er Ende der 1480er-Jahre seine Selbstständigkeit erlangte.

Seit dem frühen Mittelalter war die Abtei Marienstatt bei Hachenburg der größte Grundbesitzer in der Hüllenberger Gemarkung. Im 16. und 17. Jahrhundert kam es zwischen dem Kloster und den Grafen zu Wied wiederholt zu Auseinandersetzungen, die schließlich in verschiedenen Vergleichen endeten. Mit großer Wahrscheinlichkeit besaß das Haus Wied bis etwa 1660 keinen eigenen Grundbesitz in Hüllenberg.

Noch heute zeugen zahlreiche alte Fachwerkhäuser im Ortsteil von seiner langen Geschichte. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein wurde in Hüllenberg Wein angebaut, doch lohnte sich der Betrieb auf Dauer nicht mehr.


Wollendorf – Hier lebten einst Ritter

Wollendorf war früh besiedelt, wie Funde aus Bronze-, Römer- und Frankenzeit zeigen. Erstmals urkundlich erwähnt 1263 n. Chr., lebten hier bereits Arnold von Wolvendorp (1202), Isfridus de Wolvindorf (1259) und Conrad von Wolffendorf (1429). Stammsitz des Adels war vermutlich die heutige „Burg“.

Die Burg

Der mittelalterliche Kern war ein burgartig befestigter Herrensitz an der Karl-Marx-Straße. Grundmauern und Kellergewölbe stammen aus dem 11. oder 12. Jahrhundert. Der runde Eckturm wurde kurz nach 1840 bis auf den Stumpf abgetragen.

Die Feldkirche

Das Geläut der Feldkirche

Sofern Sie Lautsprecher an Ihrem PC besitzen, können Sie die Glocken der Feldkirche hören! Durch einen Maus-Klick auf Glocken wird eine mp3-Sounddatei (2.20 MB) geöffnet.

Die sogenannte „1000-jährige Feldkirche“ ist im Kern rund 800 Jahre alt. Zwischen 1150 und 1200 wurde die romanische Pfeilerbasilika errichtet, später der viergeschossige Westturm mit Rautendach ergänzt. Nach Bombenschäden 1944 wurde der Chor 1952 erneuert und mit symbolischen Glasmalereien von Prof. Georg Meistermann ausgestattet.

Vor der Kirche befindet sich die alte Gerichtsstätte (urkundlich belegt seit 1316). Unter der Gerichtslinde tritt jedes Jahr das Märkergericht der Waldgenossenschaft zusammen. Ein modernes Gemeindezentrum fügt sich harmonisch in das historische Ensemble ein.


Rockenfeld – Das verlassene Dorf

Die Besiedlung Rockenfelds geht weit zurück: Ein kleines Erdkastell im Wald deutet auf frühe Siedlungen hin. Neben den Burggrafen von Hammerstein, Kurtrier und dem Grafenhaus Wied besaß auch das Kloster St. Thomas einen Hof im Ort.

Bis 1693 gehörte Rockenfeld zu Gönnersdorf, dann wurde es eigenständig. 1846 lebten dort nur elf Familien, die meisten wollten in benachbarte Dörfer ziehen, doch die Regierung in Koblenz lehnte dies ab.

Wirtschaft und Leben

Anfang des 19. Jahrhunderts wurde im Nonnenbachtal Erz abgebaut. Während des Zweiten Weltkriegs dienten die Stollen als Schutzräume gegen Fliegerangriffe. Damals lebten noch etwa 50 Einwohner, deren Zahl stetig abnahm.

Auflösung

1965 beschloss der Gemeinderat die Auflösung des Ortes. 1969 wurde Rockenfeld endgültig verlassen.
Interessant: Aus Rockenfeld sollen die Vorfahren der US-amerikanischen Familie von Nelson D. Rockefeller stammen.

Quelle: Neuwied-Feldkirchen.de, Neuwied-Feldkirchen.net | Erich Walter (†), engagierter Bürger und Chronist des Dorfes. Seine Verdienste und Beiträge zur Gemeinde werden auf dieser Webseite in Erinnerung behalten.
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