,

„Ich liege, Herr, in deiner Hut“ – Friedhofsmusik in Altwied bewegte die Besucher

„Ich liege, Herr, in deiner Hut“ – Friedhofsmusik in Altwied bewegte die Besucher Gut besuchte Kirche, eindrucksvolle Musik und stehender Applaus: Die fünfte Friedhofsmusik am 1. November 2026 verband Erinnerung und Zuversicht. Der veränderte Veranstaltungsort brachte allerdings auch eine andere Atmosphäre mit sich. Altwied, 1. November 2026. Musik kann trösten, Erinnerungen wachrufen und manchmal mehr…


„Ich liege, Herr, in deiner Hut“ – Friedhofsmusik in Altwied bewegte die Besucher

Gut besuchte Kirche, eindrucksvolle Musik und stehender Applaus: Die fünfte Friedhofsmusik am 1. November 2026 verband Erinnerung und Zuversicht. Der veränderte Veranstaltungsort brachte allerdings auch eine andere Atmosphäre mit sich.

Altwied, 1. November 2026. Musik kann trösten, Erinnerungen wachrufen und manchmal mehr ausdrücken als Worte. Unter dem Leitgedanken „Ich liege, Herr, in deiner Hut“ fand am Sonntag die inzwischen fünfte Friedhofsmusik der Evangelischen Kirchengemeinde Feldkirchen-Altwied statt.

Die Kirche war gut besucht. Das Publikum erlebte ein sorgfältig zusammengestelltes Programm aus geistlicher Musik, besinnlichen Texten und instrumentalen Beiträgen. Unter der Leitung von Sabine Paganetti wirkten die Kantorei Feldkirchen-Altwied, die SeniorenKantorei sowie Instrumentalistinnen und Instrumentalisten mit.

Ein anderer Ort – ein anderer Klang

Eine Besonderheit in diesem Jahr war die Entscheidung, die Friedhofsmusik in die Kirche zu verlegen.

Musikalisch erwies sich das durchaus als Vorteil. Die Akustik des Kirchenraumes bot den Stimmen und Instrumenten bessere Voraussetzungen, sich klanglich zu entfalten. Gerade bei einem Programm, das von leisen Tönen, nachdenklichen Texten und musikalischer Ausdruckskraft lebt, ist dies ein nicht zu unterschätzender Gewinn.

Allerdings ging damit auch etwas verloren: die besondere Atmosphäre des Friedhofs.

Die Friedhofsmusik lebt schließlich nicht allein von ihrem musikalischen Programm, sondern ebenso von ihrem ursprünglichen Veranstaltungsort. Zwischen Grabstätten, Erinnerungszeichen und herbstlicher Natur erhält Musik zum Gedenken an Verstorbene eine ganz eigene Bedeutung.

In der Kirche rückte dagegen stärker der konzertante und gottesdienstliche Charakter in den Vordergrund.

Beide Orte haben ihre Qualität. Vielleicht bietet gerade diese Erfahrung Anlass, bei künftigen Veranstaltungen darüber nachzudenken, wie sich die besondere Atmosphäre des Friedhofs mit den musikalischen Möglichkeiten des Kirchenraums verbinden lässt.

Musik und Worte zwischen Abschied und Hoffnung

Das Programm spannte einen weiten Bogen zwischen Trauer, Trost, Vertrauen und christlicher Auferstehungshoffnung.

Texte wie Henry S. Hollands „Der Tod ist nichts“, Thornton Wilders „Da ist ein Land der Lebenden“ und der vertraute Psalm 23, „Der Herr ist mein Hirte“, griffen unterschiedliche Gedanken zum Umgang mit Abschied und Vergänglichkeit auf.

Dazwischen standen musikalische Werke unter anderem von Johann Sebastian Bach, Jacques de Gouy, Bernhard Klein, Niels La Cour und William H. Monk.

Besonders der Psalm 23 und das abschließende Lied „Bleib bei mir, Herr“ machten deutlich, worum es an diesem Nachmittag ging: um die Suche nach Halt, um Erinnerungen an Verstorbene und um die Hoffnung, auch in schweren Stunden nicht allein zu sein.

Die Abfolge aus Musik, gesprochenem Wort und gemeinsamem Nachdenken verlieh der Veranstaltung ihren besonderen Charakter.

Junge Musikerinnen bereichern die Kirchenmusik

Erfreulich war auch die Mitwirkung zweier junger Musikerinnen: Helene Hoffmann am Euphonium und Freya Hoffmann am Baryton.

Ihr Engagement verdient besondere Aufmerksamkeit. Denn gerade in einer Zeit, in der vielerorts über fehlenden musikalischen Nachwuchs und die Zukunft kirchlicher Gemeinschaft diskutiert wird, ist es keineswegs selbstverständlich, dass junge Menschen ihre Freizeit dem Erlernen eines Instruments und dem gemeinsamen Musizieren widmen.

Die beiden Schwestern stehen damit beispielhaft für eine junge Generation, die musikalische Traditionen nicht nur bewahrt, sondern durch eigenes Engagement mit Leben erfüllt.

Stehender Applaus als Anerkennung

Wie sehr das Programm die Besucher ansprach, zeigte sich am Ende der Veranstaltung.

Mit Standing Ovations würdigte das Publikum die musikalischen Leistungen und das Engagement aller Beteiligten.

Dieser lang anhaltende Ausdruck der Anerkennung war zugleich ein Dankeschön an die Sängerinnen und Sänger, die Instrumentalisten, die Mitwirkenden an den Lesungen und insbesondere an Sabine Paganetti, unter deren Leitung das Programm gestaltet wurde.

Im Anschluss bestand beim Kirchencafé Gelegenheit zur Begegnung und zum persönlichen Austausch. Die Kollekte war für die Kirchenmusik bestimmt.

Eine Tradition, die es zu bewahren gilt

Die inzwischen fünfte Friedhofsmusik zeigt, welchen Stellenwert Musik im Gemeindeleben haben kann.

Sie schafft einen Raum für das Erinnern, für persönliche Gedanken und für Gemeinschaft – unabhängig davon, ob jemand regelmäßig am kirchlichen Leben teilnimmt oder nur zu besonderen Anlässen den Weg in die Kirche findet.

Die große Resonanz und der herzliche Beifall zeigen, dass solche Angebote wahrgenommen und geschätzt werden.

Vielleicht liegt darin auch eine wichtige Botschaft für die Zukunft: Kirchliches Leben wird dort besonders sichtbar, wo Menschen mit ihren Fähigkeiten, ihrer Begeisterung und ihrem persönlichen Einsatz Gemeinschaft gestalten.

Die Friedhofsmusik in Altwied hat dafür an diesem Nachmittag ein eindrucksvolles Beispiel gegeben.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert