Abschied von Pfarrer Martin Lenz Taurat – „Wege gehen auseinander, aber keiner geht alleine“

Bei hochsommerlichen Temperaturen von rund 31 Grad verabschiedete die Evangelische Kirchengemeinde Feldkirchen-Altwied am Sonntag, 2. August 2026 ihren Pfarrer Martin Lenz Taurat. Trotz der außergewöhnlichen Hitze war die Kirche in Altwied bis auf den letzten Platz gefüllt – ein sichtbares Zeichen der großen Verbundenheit der Gemeinde mit ihrem Seelsorger. Mit nur 38 Jahren beginnt für…


Bei hochsommerlichen Temperaturen von rund 31 Grad verabschiedete die Evangelische Kirchengemeinde Feldkirchen-Altwied am Sonntag, 2. August 2026 ihren Pfarrer Martin Lenz Taurat. Trotz der außergewöhnlichen Hitze war die Kirche in Altwied bis auf den letzten Platz gefüllt – ein sichtbares Zeichen der großen Verbundenheit der Gemeinde mit ihrem Seelsorger.

Mit nur 38 Jahren beginnt für Pfarrer Martin Lenz Taurat nach fünf Jahren in der Evangelischen Kirchengemeinde Feldkirchen-Altwied ein neuer Lebensabschnitt. Zahlreiche Gemeindemitglieder, Wegbegleiter sowie Gäste waren der Einladung zum Abschiedsgottesdienst gefolgt. Im Anschluss bot ein Beisammensein bei Kaffee, Kuchen und kühlen Getränken Gelegenheit zu persönlichen Begegnungen und vielen Gesprächen.

Veränderung als Chance

In seiner Predigt stellte Pfarrer Martin Lenz Taurat den Propheten Jeremia in den Mittelpunkt. Dessen Berufung – „Geh, wohin ich dich sende“ – sei für ihn ein Leitbild gewesen. Jeremia habe zunächst gezögert und sich nicht bereit gefühlt. Doch aus diesem Zögern sei eine leise Gewissheit entstanden, diesen Weg zu gehen.

Diesen Gedanken übertrug der scheidende Pfarrer auf das eigene Leben und auf die Kirche. Veränderung gehöre zum Leben dazu – manchmal ungewohnt, manchmal herausfordernd, aber immer verbunden mit der Hoffnung auf Neues.

Besonders eindrucksvoll war sein Bild von der Kirche als Wald: Ein Wald sei voller Leben, ständig im Wandel und dennoch tief verwurzelt. So verstehe er auch Kirche – als lebendige Gemeinschaft, die sich verändert und gerade darin Zukunft findet.

Zum Ende seiner Predigt gab er der Gemeinde Worte mit auf den Weg, die vielen in Erinnerung bleiben werden:

„Wege gehen auseinander, aber keiner geht alleine.“

Und mit dem Zuspruch:

„Christus leuchtet. Bleibt behütet.“

Dank und Anerkennung

Im Anschluss würdigten zahlreiche Redner das Wirken von Pfarrer Martin Lenz Taurat. Bürgermeister Peter Jung, Superintendent Pfarrer Detlef Kowalski, Pastor Christian Scheinost von der katholischen Schwestergemeinde St. Matthias, Dr. Wolfgang Stollhof, Vorsitzender des Ökumenekreises, sowie Mitglieder des Presbyteriums dankten ihm für seinen Dienst und seine menschliche Art.

Unter den Ehrengästen befand sich auch Sophie Charlotte Fürstin zu Wied, die den Gottesdienst mitfeierte.

Für einen besonders bewegenden Moment sorgten die Kinder der Kindertagesstätte Melsbach, die sich mit einem Lied von ihrem Pfarrer verabschiedeten und dafür viel Applaus erhielten.

Den musikalischen Rahmen gestaltete die Kantorei unter der Leitung von Kantorin Sabine Paganetti. Mit ihrer einfühlsamen musikalischen Gestaltung verlieh sie dem Gottesdienst einen würdigen und festlichen Charakter. Auch die musikalischen Beiträge von Bernd Kämpf und Malte Lenz Taurat fügten sich harmonisch in die Feier ein und wurden von der Gemeinde mit herzlichem Applaus bedacht.

Ein Abschied mit Blick nach vorn

Mit dem Abschied von Pfarrer Martin Lenz Taurat endet ein prägender Abschnitt für die Kirchengemeinde Feldkirchen-Altwied. Gleichzeitig beginnt ein neues Kapitel – für die Gemeinde ebenso wie für die Evangelische Kirche insgesamt.

Wie wird sich die Gemeinde künftig entwickeln? Welche Herausforderungen stehen bevor? Welche Antworten findet die Evangelische Kirche im Rheinland auf die gesellschaftlichen Veränderungen unserer Zeit?

Diesen und weiteren Fragen wird Treffpunkt Feldkirchen in einem ausführlichen Interview mit den Verantwortlichen der Kirchengemeinde nachgehen.

Ein persönliches Wort von Treffpunkt Feldkirchen

Lieber Pfarrer Martin Lenz Taurat,

wir lassen Sie nur ungern ziehen. Zugleich respektieren wir Ihre Entscheidung und danken Ihnen herzlich für die vergangenen fünf Jahre. Sie haben viele Menschen mit Offenheit, Menschlichkeit und einer Kirche erreicht, die zuhört, begleitet und Hoffnung schenkt.

Wir wünschen Ihnen und Ihrem Mann Gottes reichen Segen, Kraft, Gesundheit und viele erfüllende Begegnungen auf Ihrem weiteren Lebensweg.

Dem Presbyterium wünschen wir den Mut, die Kraft und die Weisheit, die kommenden Herausforderungen anzunehmen und die offene, zugewandte Gemeindearbeit der vergangenen Jahre zum Wohl der Menschen fortzuführen.

Mit Ihren eigenen Worten möchten wir schließen:

„Bleiben auch Sie behütet.“


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