Feldkirchens Köpfe: Andreas Hof – Einer, der anpackt, statt große Worte zu machen
Fast 30 Jahre Freiwillige Feuerwehr, jahrzehntelanges Vereinsleben und Engagement im Ortsbeirat: Andreas Hof ist in Wollendorf verwurzelt. Er gehört zu den Menschen, die sich für ihre Heimat einsetzen, oft ganz selbstverständlich und ohne großes Aufheben darum zu machen. Doch er beobachtet auch, wie sich das Gemeinschaftsleben verändert.

Wollendorf ist mehr als ein Wohnort
Wer mit Andreas Hof über Feldkirchen spricht, merkt schnell, wie eng seine persönliche Geschichte mit Wollendorf verbunden ist. Hier ist er mit seiner Familie und seinen Freunden aufgewachsen, hier hat er die Geschichte seines Heimatortes kennengelernt. Noch heute leben nach seinen Angaben rund 90 Prozent seiner Familie in Wollendorf.
Seine Verbundenheit mit dem Ort ist über die Jahrzehnte geblieben. Verändert hat sich aus seiner Sicht allerdings das Miteinander.
Früher, so erinnert er sich, habe das gemeinschaftliche Engagement einen anderen Stellenwert gehabt. Heute konkurrieren Vereine und ehrenamtliche Aufgaben mit zahlreichen Freizeitangeboten und privaten Verpflichtungen. Manche Vereine mussten bereits aufgeben, weil der Nachwuchs fehlte.
Dass es dennoch Vereine gibt, in denen die Gemeinschaft weiterhin gepflegt wird, freut ihn ausdrücklich.
Fast 30 Jahre im Dienst der Feuerwehr
Der Weg zur Freiwilligen Feuerwehr war für Andreas Hof beinahe familiär vorgezeichnet. Schon sein Vater und seine Onkel waren aktive Feuerwehrleute.
Trotzdem dauerte es, bis er selbst dazukam. Zunächst bestimmte der Fußball einen großen Teil seiner Freizeit. Von der Jugend bis in den Seniorenbereich spielte er beim SV Feldkirchen. Für ein zusätzliches Engagement in der Feuerwehr fehlte damals schlicht die Zeit.
Später wurde daraus eine fast drei Jahrzehnte dauernde aktive Feuerwehrlaufbahn. Heute gehört er der Altersabteilung an.
Was ihn so lange dabei gehalten hat, beantwortet er ohne Umschweife:
„Die Gemeinschaft, der Zusammenhalt und das Wichtigste, Helfen wenn uns die Bürgerinnen und Bürger brauchen!“
Natürlich gibt es Einsätze, die ihm besonders in Erinnerung geblieben sind. Doch nicht spektakuläre Erlebnisse stehen für ihn im Mittelpunkt. Am schönsten sei es gewesen, wenn Menschen geholfen werden konnte, ein Einsatz gut verlief und anschließend alle Einsatzkräfte unversehrt ins Feuerwehrgerätehaus zurückkehrten.
Auch die Veränderungen innerhalb der Feuerwehr hat er erlebt. Die Aufgaben seien moderner, komplexer und anspruchsvoller geworden. Was für ihn unverändert zählt, sind Kameradschaft und Zusammenhalt.
Verantwortung endet nicht mit dem Feuerwehrdienst
Andreas Hof engagiert sich auch im Ortsbeirat Feldkirchen. Dahinter steht für ihn ein einfacher Gedanke: den Menschen zuhören, ihre Anliegen ernst nehmen und gemeinsam mit den anderen Mitgliedern des Ortsbeirats sowie der Stadt Neuwied nach machbaren Lösungen suchen.
Handlungsbedarf sieht er durchaus.
Sauberkeit und die Verschönerung des Ortsbildes gehören für ihn ebenso dazu wie die Instandsetzung maroder Straßen. Besonders wichtig sind ihm Orte der Begegnung: ein Platz für Jugendliche und ein Treffpunkt, an dem Jung und Alt zusammenkommen können.
Es geht ihm damit nicht allein um bauliche Verbesserungen, sondern auch um die Frage, wie Gemeinschaft im Alltag entstehen und erhalten bleiben kann.
Die ehemaligen Burschen – Tradition und praktische Arbeit
Seit acht Jahren steht Andreas Hof als Erster Vorsitzender an der Spitze des Vereins ehemaliger Burschen Wollendorf.
Der Verein wurde 1957 gegründet. Ursprünglich bot er denjenigen Burschen eine neue Gemeinschaft, die nach ihrer Heirat aus dem aktiven Burschenverein ausgeschieden waren. Brauchtum und Tradition sollten auch danach weitergelebt werden.
Bis heute unterstützen die ehemaligen Burschen ihre aktiven Nachfolger bei der Kirmes und pflegen das gesellige Miteinander.
Eine weitere Aufgabe dürfte vielen Spaziergängern und Wanderern kaum bewusst sein: Rund viermal im Jahr kümmern sich Vereinsmitglieder um ihnen zugeteilte Waldwege der Stadt Neuwied. Sie setzen Wege instand und halten sie begehbar.
Die Aufgabe hat eine lange Tradition. Bereits vor Jahrzehnten übernahmen die ehemaligen Burschen diese Arbeiten, als die Wege noch vom Heimat- und Verschönerungsverein Feldkirchen betreut wurden.
Es sind Tätigkeiten, die selten Schlagzeilen machen. Dabei profitieren viele Menschen davon, ohne zu wissen, wer dahintersteht.
Andreas Hof bringt es auf den Punkt:
„Die ehrenamtliche Arbeit verbindet, egal wo und wie. Leider wird dies durch die Öffentlichkeit nicht immer wahrgenommen.“
Wenn das Ehrenamt keine Selbstverständlichkeit mehr ist
Wer sich wie Andreas Hof über Jahrzehnte in verschiedenen Bereichen engagiert hat, erlebt auch, wie sich die Bereitschaft zur Mitarbeit verändert.
Er beobachtet, dass Menschen heute weniger Freiräume für langfristige ehrenamtliche Verpflichtungen haben. Die Vielzahl an Angeboten, auch außerhalb des eigenen Stadtteils, und die Anforderungen des Privatlebens lassen häufig wenig Zeit.
Gerade für Vereine kann das zum Problem werden. Wo Mitglieder und Nachwuchs fehlen, geraten Traditionen und gewachsene Gemeinschaften unter Druck.
Doch Andreas Hof sieht durchaus Möglichkeiten, Menschen wieder für das Ehrenamt zu gewinnen. Werbung für die Vereine, vor allem aber persönliche Ansprache und Überzeugungsarbeit hält er für wichtig.
Vielleicht liegt gerade darin eine Erkenntnis aus seinen vielen Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit: Gemeinschaft entsteht nicht von allein. Sie braucht Menschen, die aufeinander zugehen und bereit sind, etwas beizutragen.
Sein Wunsch für Feldkirchen
Wie sollte Feldkirchen in zehn oder zwanzig Jahren aussehen?
Andreas Hof wünscht sich einen sauberen, intakten Stadtteil, in dem die Menschen wieder mehr Interesse an ihrer unmittelbaren Umgebung und am gemeinschaftlichen Leben zeigen.
Dabei verliert er auch die schönen Seiten seines Heimatortes nicht aus dem Blick. Feldkirchen ist für ihn ein schöner Ort, allerdings einer mit vielen Verbesserungsmöglichkeiten.
Und wo hält er sich selbst am liebsten auf?
Bei seiner Familie, in der Natur und im Garten. Auch die Zeit für Geselligkeit und Gemeinschaft darf für ihn nicht fehlen.
Auf die Frage, was die meisten Feldkirchener wahrscheinlich noch nicht über ihn wissen, antwortet er ebenso knapp wie bescheiden: Die meisten Menschen im Ort würden ihn kennen – mitsamt seinen Stärken und Schwächen.
Vielleicht ist es gerade diese Bodenständigkeit, die Andreas Hof auszeichnet.
Menschen, die einen Ort zusammenhalten
Feuerwehr, Sportverein, Ortsbeirat, Traditionsverein und Waldwegepflege – auf den ersten Blick sind das ganz unterschiedliche Aufgaben. Doch sie verbindet ein gemeinsamer Gedanke: Verantwortung für den Ort zu übernehmen, in dem man lebt.
Das Beispiel Andreas Hof zeigt, wie vielfältig dieses Engagement sein kann und wie viel davon im Alltag oft unsichtbar bleibt.
Es erinnert zugleich daran, dass ein lebendiges Gemeinwesen nicht allein von kommunalen Entscheidungen und öffentlichen Einrichtungen getragen wird. Es lebt ebenso von Menschen, die ihre Zeit zur Verfügung stellen, mithelfen und sich kümmern.
Menschen wie Andreas Hof.
Feldkirchens Köpfe ist eine Porträtreihe von Treffpunkt Feldkirchen. Wir stellen Menschen vor, die unseren Stadtteil auf unterschiedliche Weise prägen – durch ihre Geschichte, ihre Arbeit, ihre Ideen oder ihr ehrenamtliches Engagement.
Redaktion: Treffpunkt Feldkirchen – Jürgen Knees




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