„Lasst die Kinder zu mir kommen“ – ein Taufgottesdienst in Feldkirchen, der berührte

Bildhinweis: Diese Illustration wurde mit Hilfe Künstlicher Intelligenz auf Grundlage von Fotografien des Taufgottesdienstes künstlerisch gestaltet. Sie dient der illustrativen Darstellung und ist keine fotografische Originalaufnahme. „Lasst die Kinder zu mir kommen“ – ein Gottesdienst, der berührte Zwei Taufen, eine gut besuchte Feldkirche und eine Predigt über Kinder, Verantwortung und das Reich Gottes. Superintendent Detlef…


Bildhinweis: Diese Illustration wurde mit Hilfe Künstlicher Intelligenz auf Grundlage von Fotografien des Taufgottesdienstes künstlerisch gestaltet. Sie dient der illustrativen Darstellung und ist keine fotografische Originalaufnahme.

„Lasst die Kinder zu mir kommen“ – ein Gottesdienst, der berührte

Zwei Taufen, eine gut besuchte Feldkirche und eine Predigt über Kinder, Verantwortung und das Reich Gottes. Superintendent Detlef Kowalski erinnerte daran, dass christliche Gemeinschaft vor allem dort lebendig wird, wo Menschen füreinander Verantwortung übernehmen.

Manchmal braucht es nur wenige Worte, um uns an etwas zu erinnern, das eigentlich selbstverständlich sein sollte. So geschehen beim Taufgottesdienst am Sonntag, dem 18. Oktober 2026, in unserer Feldkirche.

Superintendent Detlef Kowalski leitete den Gottesdienst, in dem zwei Kinder getauft wurden. Mitgewirkt haben der designierte Presbyter Volker Siemeister und Presbyterin Regine Cress, die den Evangeliumstext aus Markus 10,13–16 vortrug.

Im Mittelpunkt der Predigt stand eine bekannte Aufforderung Jesu:

„Lasst die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solchen gehört das Reich Gottes.“ (Markus 10,14)

Kinder gehören in unsere Mitte

Schon die Jünger Jesu wollten verhindern, dass Kinder zu ihm gebracht wurden. Doch Jesus widersprach ihnen entschieden.

Eine Szene, die auch heute noch nachdenklich macht. Denn selbst in unseren Kirchengemeinden gibt es mitunter Menschen, die Kinder im Gottesdienst als Störung empfinden und sich wünschen, dass sie lieber zu Hause bleiben.

Kowalski machte deutlich, dass diese Haltung der Botschaft Jesu widerspricht. Kinder gehören ganz selbstverständlich zur christlichen Gemeinschaft – mit ihrer Lebendigkeit, ihren Bedürfnissen und ihrer besonderen Schutzbedürftigkeit.

Das Reich Gottes empfangen – wie ein Kind

Besonders eindringlich war Kowalskis Auslegung eines weiteren Verses aus dem Markusevangelium:

„Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.“ (Markus 10,15)

Dabei ging es ihm ausdrücklich nicht darum, dass Erwachsene wieder kindlich werden oder den Glauben mit kindlicher Unbefangenheit betrachten sollen.

Er eröffnete vielmehr eine andere Perspektive: Was bedeutet es eigentlich, ein Kind zu empfangen?

Wenn ein Kind geboren wird, ist es schutzlos. Es ist auf die Zuwendung, Fürsorge und Verantwortung der Erwachsenen angewiesen. Es braucht deren beste Eigenschaften, damit es wachsen und sich entwickeln kann.

Ähnlich, so Kowalskis Deutung, verhält es sich mit dem Reich Gottes.

Jesus vergleicht es an anderer Stelle mit einem winzigen Senfkorn, aus dem etwas Großes wachsen kann (Markus 4,30–32).

Auch das Reich Gottes beginnt klein und verletzlich. Damit es wachsen und anderen Schutz und Geborgenheit bieten kann, braucht es Menschen, die Verantwortung übernehmen – Menschen mit einem erwachsenen, tragfähigen Glauben.

Es braucht ein ganzes Dorf

Mit dem englischen Sprichwort „It takes a village to raise a child“ brachte Kowalski diesen Gedanken auf den Punkt:

Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind großzuziehen.

Kinder brauchen nicht nur ihre Eltern. Sie brauchen Großeltern, Patinnen und Paten, Nachbarn, Erzieher, Lehrer und viele andere Menschen, die sie auf ihrem Lebensweg begleiten.

Mit der Taufe werden Kinder zugleich Mitglieder unserer Kirchengemeinde. Auch sie übernimmt damit Verantwortung für deren Heranwachsen.

Darin liegt eine wichtige Aufgabe christlicher Gemeinschaft: füreinander da zu sein, einander zu begleiten und besonders diejenigen zu unterstützen, die auf unsere Fürsorge angewiesen sind.

„Gott ist da“

Ein weiterer Gedanke durchzog die Predigt: „Gott ist da.“

Diese Zusage gründet im sogenannten Tauf- und Missionsauftrag Jesu. Im Matthäusevangelium verspricht Christus seinen Jüngern:

„Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Matthäus 28,20)

In der Taufe wird diese Zusage auf besondere Weise erfahrbar. Gottes Zuwendung ist ein Geschenk. Sie steht am Anfang eines Lebensweges, auf dem Familie, Patinnen und Paten und die Kirchengemeinde das Kind begleiten.

Mit der Konfirmation können junge Menschen später ihre Taufe und ihren Glauben bewusst bekräftigen.

Ein ermutigendes Zeichen für unsere Gemeinde

Für unsere Kirchengemeinde, die sich derzeit in einer Phase des Übergangs befindet, war dieser Gottesdienst auch ein ermutigendes Zeichen.

Eine gut besuchte Kirche, Familien mit ihren Kindern und Menschen unterschiedlicher Generationen, die gemeinsam Gottesdienst feiern – so wird lebendige Gemeinde sichtbar.

Mich persönlich haben Kowalskis Worte sehr bewegt. Vielleicht gerade deshalb, weil er an eine Verantwortung erinnerte, die wir im Alltag allzu leicht aus dem Blick verlieren.

Kirche ist mehr als ein Ort der Verkündigung. Sie ist eine Gemeinschaft, in der Menschen füreinander einstehen.

Und sie braucht Erwachsene, die bereit sind, Verantwortung zu tragen, damit Kinder – und mit ihnen das Reich Gottes – wachsen können.

Kinder brauchen unsere Gemeinschaft. Und unsere Gemeinschaft braucht Menschen, die Verantwortung für ihre Kinder übernehmen.

Vielleicht liegt gerade darin eine wichtige Botschaft für die Zukunft unserer Kirche.

Treffpunkt Feldkirchen | 18. Oktober 2026


Redaktioneller Hinweis: Der Beitrag wurde Superintendent Detlef Kowalski vor der Veröffentlichung zur sachlichen Prüfung vorgelegt. Seine theologischen Erläuterungen und Ergänzungen wurden berücksichtigt.


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